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OZ Chef-Letter - Gil, das Westin-Hotel und Judenhass in MV

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Liebe Leserinnen und Leser,
die Vorgänge rund um das Westin-Hotel in Leipzig haben mich sehr nachdenklich gemacht. Der Sänger Gil wirft einem Hotel-Mitarbeiter vor, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. Der bestreitet das. Auch wenn nicht klar ist, was wirklich passiert ist, zeigen die vielen Reaktionen und Schilderungen Betroffener, dass Antisemitismus kein Problem irgendwelcher Dorf-Nazis ist. Er ist in Deutschland weiter verbreitet als auch ich das für möglich gehalten habe.
Das zeigt auch die Recherche meiner Kollegin Martina Rathke, die mit Juden in Mecklenburg-Vorpommern gesprochen hat. Deren Schilderungen sind bestürzend. Lesen Sie auch unseren Kommentar: Unterschwellige Hetze gegen Juden bleibt Hetze. Die Bedrohungen und auch die daraus folgende Resignation bei denen, die ihnen ausgesetzt sind, haben mich beschämt.
Leider nicht zum ersten Mal in den vergangenen Wochen: Beim Spiel meines Lieblingsvereins Union Berlin gegen Maccabi Haifa aus Israel kam es kürzlich ebenfalls zu antisemitischen Vorfällen. Dass so etwas in einem Umfeld passiert, mit dem ich mich so sehr identifiziere, ist eine schockierende Erkenntnis.
Die Folgerung kann nur sein, jeder antisemitischen Äußerung, und sei sie noch so unterschwellig, entschieden entgegen zu treten. Umso unverständlicher ist, dass in einer Gartenlaube in Barth jemand ungestraft ein Schild mit der Aufschrift “Impfen macht frei” aufstellen darf - in Anlehnung an das grausam-zynische Auschwitz-Tor. Aus meiner Sicht ist das eine Verharmlosung des Holocaust und damit antisemitisch. So sieht das auch die Staatsanwaltschaft - das örtliche Gericht allerdings nicht. Den Fall hat meine Kollegin Anja Krüger recherchiert.
Ich wünsche Ihnen einen guten Abend
Ihr Alexander Müller
stellvertretender Chefredakteur

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Urlaub in Vorpommern: Was einem Erzgebirgler an der Ostsee am meisten gefällt
In dieser Rubrik stellen wir täglich Menschen von der Insel Rügen vor. Heute: Volker Kempf, dem zu Hause im Erzgebirge das Meer fehlt und der deshalb im Urlaub Vorpommerns Ostsee-Landschaften erkundet.
Gesicht des Tages: Volker Krempf (Foto: Christa Driest)
Gesicht des Tages: Volker Krempf (Foto: Christa Driest)
Putbus. Volker Kempf macht zurzeit gemeinsam mit seiner Ehefrau Urlaub auf Rügen. Beide wuchsen im sächsischen Thalheim auf, lernten sich dort früh kennen und lieben und haben mittlerweile drei erwachsene Söhne und drei Enkel. Der gebürtige Stollberger ist studierter Maschinenbauer und hat in seinem Berufsleben verschiedene Tätigkeiten ausgeübt. „Auch das Erzgebirge ist wunderschön und es lässt sich dort gut Urlaub machen. Was wir aber Zuhause nicht haben, das ist das Meer. Wir haben uns also aufgemacht, verschiedene Ostseelandschaften kennenzulernen“, verrät der 64-Jährige.
Nach Darß und Usedom erkundet das Paar nun Rügen und ist begeistert von der Vielfalt der Eindrücke. Wandernd erschließen sich beide Strände und Wälder der Insel, streifen durch den Pubusser Schlosspark und fahren mit dem „Rasenden Roland“. „Hier gefällt uns vieles und wir sind der Überzeugung, dass unser Aufenthalt uns lange im Gedächtnis bleiben wird“, meint Volker Kempf.
Von Christa Driest
Leserfoto des Tages

Der alte Strom in Warnemünde (Foto: Christian Alexander Schulz)
Der alte Strom in Warnemünde (Foto: Christian Alexander Schulz)
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